Sprachprojekt

Geschichte und Zukunft des Sprachprojekts „Beedi Yalumina“ 
(„Don´t Give Up!“) 

E. Miles, C. Sisk, F. Jones
In den 1990er Jahren war die Weitergabe der Wintu-Sprache an die nächste Generation bereits unterbrochen.  Nur noch zwei vollkompetente Sprecher in hohem Alter (die mittlerweile verstorbenen Emerson Miles und Florence Jones) waren übriggeblieben. Die Enkelgeneration war alarmiert, und Florence`s Großnichte Caleen Sisk begann, bei den beiden in die Lehre zu gehen.

In dieser Situation stieß 1994 Stefan Liedtke in Eigeninitiative dazu. Während zahlreicher Aufenthalte konnte er mit den letzten Sprechern arbeiten und die Sprachdokumentation weiter vervollständigen. Einige Lernmaterialien für Kinder und Erwachsene entstanden, wie z.B. eine Einführung in Aussprache und Schreibweise, sowie eine Anleitung zum Zählen und Rechnen.

 
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Von 1999 an bis heute läuft daneben die Arbeit am ersten Englisch-Wintu Wörterbuch, das 2013 fertiggestellt werden soll und eines der ersten Englisch-Indianischen Wörterbücher sein wird. Bis heute werden fast ausschließlich Indianisch-Englische Wörterbücher für ein akademisches Publikum geschrieben. Hier steht der praktische Nutzen für die betroffene Gemeinschaft im Vordergrund. Es wird das erste kulturelle Wörterbuch für eine nordamerikanische Indianersprache werden, in dem  jeder Eintrag nicht nur das indianische Wort liefert (z.B. für eine Pflanze), sondern durch umfangreiche Anmerkungen ein Fenster in die gesamte traditionelle Kultur bietet (also z.B. den Nahrungs- und Medizingebrauch der Pflanze).

2012 ist ein neuer großer Anlauf geplant:
Vervollständigung der Dokumentation (in den Archiven schlummern 1000e Seiten Aufzeichnungen des Forschers J.P. Harrington aus den 30er Jahren; daneben gepresste Pflanzen mit indianischen Namensetiketten – zum Teil ist hier die Identifikation mit Hilfe von Botanikern nötig. Erstellung eines kompletten Sets von Multi-Media-Unterrichtsmaterialien, die Einübung einer akzeptierten Verschriftung.

Für den Stamm der Wintu ist der Erhalt der eigenen Sprache eine Frage des kulturellen Überlebens. Sie sind hoch motiviert und unterstützen das Projekt - auch auf ihrer Webseite: http://www.winnememwintu.us/language-preservation/